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Thema: Rasty - Labrador - Rüde - 1,5 Jahre - Abgabehund

  1. #1
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    Rasty - Labrador - Rüde - 1,5 Jahre - Abgabehund

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    Rasty angekommen im neuen Leben,
    sucht ein neues Zuhause.
    Geändert von Mi&Ni (20.12.2020 um 17:29 Uhr)

  2. #2
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    Rasty befindet sich in einer Pflegestelle in 583** Wetter

    Profil vom: 20.12.2020

    Kastriert: Nein, Kastrationschip

    Verhalten gegenüber Erwachsenen: aufgeschlossen, freundlich aber stürmisch und ein bisschen aufdringlich

    Verhalten gegenüber Kindern: noch nicht getestet

    Verhalten gegenüber anderen Hunden und Tieren: bei fremden Hunden schon auf große Distanz sehr erregt und kaum kontrollierbar, bei zu dichter Annäherung totale Hysterie. Nach wiederholtem Training und Kennenlernen anderer Hunde Annäherung möglich, aber auch dann Kontaktaufnahme sehr stürmisch und respektlos. Reaktion auf andere Tiere wird noch getestet.

    Ängste: Bisher keine beobachtet

    Stubenrein: Ja

    Grundgehorsam/Leinenführigkeit: Beides ohne Ablenkung recht gut, bei Ablenkung verlässt ihn die Konzentration. Wir arbeiten dran.

    Jagdtrieb: vermutlich ausgeprägt

    Treppen: kein Problem, sehr geschickt z.B. auch auf offenen, glatten Holztreppen

    Autofahren: Rasty liebt Autofahren

    Alleinebleiben: im Auto kein Problem, im Haus sucht er sehr kreativ nach Beschäftigung, wenn er zu lange unbeobachtet ist. Rasty sollte daher nicht lange allein bleiben.

    Gesundheit: Rasty wurde tierärztlich untersucht und ist augenscheinlich gesund. Eine Kastration wird empfohlen, sollte aber aufgrund des Kastrationschip erst in 2 bis 3 Monaten erfolgen.

    Neues Zuhause:
    Für Rasty suchen wir ein Zuhause bei sachkundigen, hundeerfahrenen Menschen, da Rasty schon mehrfach sein Zuhause wegen Überforderung verloren hat.

    Ein vorhandener souveräner und gelassener Hundekumpel, der sich nicht provozieren lässt, wäre sicher möglich. Allerdings nur, wenn zwei Hundeführer im Haushalt leben. Mit Rasty an der Leine kann man derzeit keinen weiteren Hund führen, da Rasty die volle Aufmerksamkeit benötigt.

    Im neuen Zuhause sollte es nicht zu turbulent zugehen, Rasty findet sonst keine Ruhe, wenn immer etwas los ist.

    Hier ist eine Familie gefragt, die bereit ist, auf den bisherigen Erfolgen mit der nötigen Ruhe, Geduld und Konsequenz aufzubauen. Selbst die Tierärztin hat selten einen Hund erlebt, der so grenzenlos ist.

    Wir wünschen uns daher Menschen, die nicht zu weit von der Pflegestelle entfernt leben und bereit sind, Rasty mehrfach zu besuchen und zunächst gemeinsam mit der Pflegestelle zu arbeiten.


    >>Informationen zur Vermittlung<<



    Geändert von Mi&Ni (12.01.2021 um 19:29 Uhr)

  3. #3
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  4. #4
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    Die Pflegestelle berichtet...




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    Vor knapp einer Woche ist Rasty in sein Pflegekörbchen gezogen, nachdem dieser noch nicht einmal eineinhalb jährige Rüde bereits durch mehrere Hände gegangen ist.

    Auf der Fahrt im Auto verhielt er sich vorbildlich ruhig und machte ein Nickerchen. Auch nach Ankunft wartete er entspannt in der Box, ließ sich brav anleinen und sprang erst nach Aufforderung aus dem Auto.

    Ein erster Spaziergang durch den Wald gelang auch ganz gut. Natürlich war die Leinenführigkeit noch nicht optimal - es ist ja auch aufregend für so einen Hundejüngling, durch ein unbekanntes Revier zu laufen.
    Rasty ließ sich aber gut kontrollieren.
    Bei Begegnung mit anderen Spaziergängern und Radfahrern war diese Kontrolle schon etwas erschwert und - sagen wir - körperbetont.

    Im Haus kontrollierte er dann ganz selbstbewusst die Räume, in denen wir uns gerade aufhielten. Ich lasse ihm ganz bewusst nicht alle Türen offen, sondern er hält sich da auf, wo ich gerade bin. Eine Matte oder Decke liegt überall für ihn bereit.
    Sofa und Bett sind für ihn tabu.

    Nachdem er das Arbeitszimmer ausgiebig abgeschnuppert hatte und seine Hundedecke als Liegeplatz kennengelernt hatte, wollte ich noch ein bisschen Schreibkram erledigen. Rasty ließ sich willig auf seine Decke verweisen und legte sich auch brav hin, um sofort wieder aufzustehen, sobald ich auf dem Stuhl saß. Also: aufstehen, zur Decke gehen, den Hund freundlich aber bestimmt dorthin weisen, loben, wenn er liegt, zum Stuhl zurück, hingesetzt - Hund sofort wieder mit Druck ans Knie geschmiegt.
    Also: Aufstehen, zur Decke gehen, .... Nach 4-5 Wiederholungen: Leine an den Hund und am Bettpfosten fixiert - nach 2 Minuten Hund im Tiefschlaf.

    Inzwischen klappt es fast immer ohne Anleinen, aber wenn Rasty sich provozierend dem Kommando entzieht, nützen die Wiederholungen der Übungen nicht, dann muss man ihm helfen, Ruhe zu finden. Das gilt auch, wenn er sich mit einem Spielzeug allein beschäftigt. Er dreht sich z.B. an einem Spieltau oder einem Gummiknochen so auf (auch wenn ich selbst gar nicht mitspiele), dass er kein Ende findet und schließlich hechelt wie nach einem Rennspiel. Also: Spielzeug ohne Kommentar wegräumen, den Hund nicht weiter beachten und er legt sich sofort zu einem Schläfchen hin. Das praktiziere ich natürlich nur, wenn wir vorher ausgiebig spazieren waren oder etwas anderes geübt haben, so dass ich davon ausgehen kann, dass Rasty auch eine Pause braucht.

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    Sein Verhalten im Haus wird immer angepasster. Er beobachtet mich aufmerksam und befolgt die üblichen Winke ("komm mit", "geh mir aus dem Weg", "nimm die Nase vom Tisch", "nein" u.ä.) sehr gut. Ohne Probleme lässt er mir den Vortritt durch Türen oder an Treppen. Auch beim Kochen oder Essen lässt er sich in der Küche auf seinen Platz verweisen. Inzwischen kann ich auch mal den Raum kurz verlassen, ohne dass er sofort aufspringt und mich verfolgt. Er wartet ruhig ab, wenn ich mich zum Spazierengehen fertig mache, lässt sich auch da ganz gelassen Halsband und Geschirr anlegen und zappelt auch beim Anleinen nicht rum. Auch das Öffnen der Haustür wartet er in Ruhe ab.

    Also: Im Haus wirklich ein Traumhund. Mit ein bisschen Hilfe und Nacherziehung an den richtigen Stellen - volle Punktzahl für Rasty - zumindest wenn er mit seinem Menschen allein ist.

    Warum er als schwieriger Hund gilt, zeigt Rasty draußen, wenn er daran gehindert wird, etwas zu tun, was er sich in den Kopf gesetzt hat.

    Jede Form von Action reizt ihn zum Mitmachen oder Kontrollieren, und wenn man ihn daran hindert, schaltet er halt Allradantrieb und Turbogetriebe an und den Kopf aus...
    Wie das bei Begegnungen mit anderen Hunden, Pferden, Joggern oder Radfahrern aussieht, kann sich jeder vorstellen.

    Bei den ersten Begegnungen mit fremden Hunden lag die Reizschwelle bei ca. 50 Metern, Ansprache und Leckerchen wurden völlig ignoriert. Vom ersten Tag an haben mir aber liebe Menschen mit ihren gelassenen Hunden geholfen, Rasty zu zeigen, wie sinnlos und wenig beeindruckend seine Ausraster sind. Schon jetzt gibt es eine Handvoll Hunde, denen wir uns nach und nach bis auf Leinenlänge nähern können. Er durfte ältere Hunde-Ladies beschnuppern oder auch Kontakt zu Welpen aufnehmen. Rasty ist dabei noch immer sehr aufgeregt und furchtbar stürmisch, aber er bleibt einigermaßen unter Kontrolle, lässt sich mit Leckerchen ablenken und nimmt vor allem auch Zurechtweisungen der Hündinnen nicht übel. Ich hoffe, dass wir noch eine Weile Zeit haben so zu üben und ihm das Positive an gelassenen Hundebegegnungen zeigen können. Ein freilaufender Rüpel, der sich Rastys Flegeleien nicht gefallen lässt und die Kampfansage annimmt, würde unsere Bemühungen zunichte machen.

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    Rasty ist nicht böse oder aggressiv .
    Er denkt wohl nur, dass er die Dinge aus seiner Sicht regeln muss.
    Vielleicht hat er den Stress in seiner Vergangenheit gespürt, wenn die Halter so einer Situation hilflos ausgeliefert waren, oder er durfte als junger Hund die Dinge selbst regeln.

    Leider kann er unsere Fragen nicht selbst beantworten, wir können ihn nur beobachten und ihm dabei helfen, das unerwünschte Verhalten abzulegen.

    Es wird noch sehr viel Arbeit sein, aber sie wird sich lohnen.
    Er ist ein toller Bursche!



    Demnächst mehr von Rasty aus dem Wald...


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  5. #5
    Pflegestelle Avatar von SHWet
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    Beobachtungen zu Rastys Spielverhalten

    Rasty ist ein junger Hund, daher will und muss er spielen. Im Moment muss er draußen noch an der Leine gehen
    und da sind die Spielformen bei seinem Temperament natürlich begrenzt.

    Vom ersten Tag an habe ich in der Wohnung mit ihm gespielt. Begeistert hat er bisher alle Spielzeuge von mir angenommen: ein Spieltau, einen Gummiknochen, ein Plüschtier o.ä. Allerdings war Spiel in Rastys Vorstellung immer Kräftemessen, d.h. wildes Gezerre, heftiges Schütteln oder Nagen und Reißen in Zerstörungsabsicht. Nun lernt er Spiel-"Regeln", d.h. konzentriertes Miteinander beim Spiel und nicht sinnloses Gegeneinander. Das Kommando "Aus" hatte er offensichtlich schon gelernt, befolgte es aber nicht, wenn er erregt war. Das haben wir zunächst in Ruhe geübt - also Tausch gegen Leckerchen und erneuter Zugriff erst nach "Freigabe". Klappt alles wunderbar, er zeigt Disziplin und Selbstbeherrschung, wenn er noch nicht zu erregt ist. Der nächste Schritt: wir halten gemeinsam ein Spielzeug, sanftes Rütteln ist erlaubt, wildes Gezerre nicht. Klappt gut! Bei "Aus" lässt er sofort los. Ich kann das Objekt dann werfen und er startet erst auf Kommando. Oder er bleibt im "Sitz" und ich verstecke das Objekt außerhalb seiner Sichtweite in einem anderen Raum. Er wartet, bis ich
    zurück bin und stöbert es dann nach Freigabe wieder auf. Rasty ist sehr eifrig bei der Sache - nach einigen Wiederholungen mache ich aber immer Schluss, damit er auch dabei nicht überdreht.

    Die Regeln zusammengefasst: Ich beginne das Spiel und fordere Rasty zum Mitspielen auf, d.h. das Spielzeug liegt nicht im Zimmer rum, so dass der Hund mir das Spiel aufdrängen könnte, wenn er Lust drauf hat. Ich bestimme die Intensität des Spiels und habe in jeder Situation die Kontrolle. Bekannte Kommandos wie "Aus", "Sitz", "Platz" müssen jederzeit befolgt werden, ansonsten sofortiger Spielabbruch. Auch das Ende des Spiels bestimme ich. Wir hören nicht auf, wenn der Hund keine Lust mehr hat, sondern wenn ich es für richtig halte.

    Ich konnte beobachten, dass Rasty auch allein weiterspielt, wenn man ihm das Objekt überlässt. Er knautscht dann unentwegt an dem Gummiknochen rum, nagt die Fäden an dem Spieltau durch oder versucht, das Plüschtier zu schreddern. Dabei erregt er sich nach und nach immer mehr, bis er schließlich hechelt. Sobald ich das Objekt wegräume, legt er sich zu einem Nickerchen hin. Gelegentlich macht er sich selbst auf die Suche nach Beschäftigung - meist wenn er geschlafen hat und wieder voller Tatendrang steckt, ich aber noch im Homeoffice beschäftigt bin. Da kommt es vor, dass er sich ein Kissen vom Sofa holt, oder einen Zipfel vom Teppich oder von seiner Decke benagen will. Auf energische Ansprache "Lass das!" hört er aber sofort auf.
    Das Verhalten könnte jedoch ein Problem sein, wenn er längere Zeit allein bleiben muss und niemand ihn "zur Ordnung ruft".

    Auch draußen konnte ich beobachten, dass Rasty Spielaufforderung zeigt, wenn er Stress kompensieren muss. Wir arbeiten ja hart daran, dass er bei Begegnungen mit anderen Hunden unter Kontrolle bleibt. Da macht er auch schon gute Fortschritte, aber es ist natürlich ein immerwährendes Korrigieren notwendig. Wenn er nach vorne zieht, bleibe ich stehen und er muss aktiv zu mir zurückkommen - er wird nicht an der Leine zurückgezogen! Irgendwann nervt ihn das so sehr, dass er im Sprung zurückkommt, die typische Spielverbeugung zeigt und mich im nächsten Moment derb anrempelt. Gut, dass er an kurzer Leine und Geschirr ist, da kann ich ihn schnell wieder zur Raison bringen. Heute hat er sich dabei im Beutekampf auf einen großen, morschen Holzklotz gestürzt, hat Stücke herausgerissen und wie wild im Boden gegraben, als er den Klotz nicht wegtragen konnte. Nach einem Moment des Abreagierens konnte ich ihn aber mit Leckerchen aus der Situation herausrufen.

    Gestern hatte ich Rasty zum ersten Mal auf einem großen eingezäunten Platz an der Langleine. Nachdem er den Platz bis in den letzte Winkel gecheckt hatte und dann merkte, dass er Freilauf hatte, drehte er zu ein paar
    Highspeedrunden auf: Hakenschlagen, Spielaufforderung auf große Entfernung, dann Scheinangriffe und immer wieder derbe Anrempler mit Hochspringen und nach dem Ärmel schnappen. Nein, kein Spiel, das mir Spaß macht!
    Ich habe mich dann hinter den Zaun zurückgezogen und den "Anfall" abklingen lassen. Nach ein paar Runden ohne Sparringspartner hat er dann auch von allein mit der Raserei aufgehört. Als er von weitem einen anderen
    Hund sah, stand er interessiert und angespannt am Zaun, ließ sich aber problemlos abrufen. Auch auf ein kurzes Spiel mit zwei Tennisbällen ließ er sich ein, glücklicherweise ohne das typische Suchtverhalten eines Ball-Junkies zu zeigen.

    Auch im Spiel und Freilauf gibt es also noch eine Menge Arbeit für Rasty und mich. Ich werde weiter beobachten und berichten.



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    Geändert von SHWet (19.01.2021 um 12:00 Uhr)

  6. #6
    Pflegestelle Avatar von SHWet
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    Auf dem richtigen Weg....

    Der heutige Neujahrsspaziergang mit Rasty ist mir einen kurzen Bericht wert, zeigt er doch, dass wir anscheinend auf dem richtigen Weg sind. In den knapp zwei Wochen, die wir nun zusammen arbeiten, hat sich eine gewisse Routine eingestellt. Der erste Teil des Spazierweges ist zum Schnüffeln und Lösen da. Dann treffen wir uns nach telefonischer Verabredung mit bekannten Trainingspartnern. Das Annähern geht inzwischen bei bekannten Hunden fast ohne Stress. Natürlich ist Rasty aufgeregt und will viel schneller und stürmischer hin, als ich es ihm gestatte. Er ist aber kontrollierbar und reagiert auf Korrekturen. Bei fremden Hunden ist immer noch Vorsicht geboten.

    Heute kam uns vor dem Treffen mit den Kumpels eine ältere Husky-Hündin entgegen. Rasty wurde rechtzeitig etwa 5 m abseits vom Weg an einem Baum angeleint. Er blieb zunächst sitzen, wenn auch deutlich angespannt. Ich konnte mit dem anderen Herrchen Neujahrswünsche austauschen, ohne das Rasty "randalierte". Erst als die beiden weitergingen, machte er mit dem typischen Geschrei einen Satz hinterher. Mit einem energischen "Hör auf damit!" ließ er sich aber sofort maßregeln und stoppte ab. (Zu Beginn des Trainings hat er mich in solch einer Situation gar nicht wahrgenommen.). Dann kam das Treffen mit den drei Kumpels und eine kleine gemeinsame Runde. Dabei trafen wir auf einen Ridgeback-Rüden (ca. 10 m Entfernung, ohne Baum, keine Randale!) und schließlich auf einen kleinen Mischlingsrüden (mit Baum, 3 m Entfernung, keine Randale!!!).

    Ich bin stolz auf Rasty - er zeigt, dass er erziehbar ist und dass sich die Arbeit lohnt. Natürlich muss Rasty die Spannung dann irgendwie abreagieren. Im Moment stürzt er sich meist auf einen Baumstamm oder Ast, den er wild mit den Zähnen bearbeitet oder er buddelt ein Loch, dass Laub und Erde meterweit fliegen. Egal - Hauptsache, er richtet sich mit seinen Pöbeleien nicht länger gegen andere Hunde und Menschen.


    Geändert von SHWet (19.01.2021 um 11:56 Uhr)

  7. #7
    Pflegestelle Avatar von SHWet
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    An der langen Leine....

    Seit einigen Tagen arbeite ich mit Rasty auch an der Langleine. Zunächst sicherheitshalber auf einem eingezäunten Hundeplatz, denn ich wusste ja nicht, ob Rasty das kennt. Das Risiko für uns beide, wenn er 10 Meter Anlauf hat und in die Leine rast, wollte ich nicht eingehen. Es zeigte sich aber, dass Rasty im Grunde einen guten Appell hat. Er reagiert zuverlässig auf das Kommando "Hier" und kommt i.d.R. schnell und freudig zurück, selbst bei mäßiger Ablenkung außerhalb des Zaunes. Bei einer starken Provokation wird er vielleicht noch Unterstützung brauchen, aber da ist auf jeden Fall gut vorgearbeitet worden und ich bin sicher, das Rasty irgendwann zuverlässig abrufbar ist. Auch Ballspiel funktioniert an der Langleine gut. Gelegentlich kriegt er aber so eine Art "Renn-Anfall", d.h. er rast los, wenn ich ihn nach einer absolvierten Übung mit "Frei" losschicke, zeigt mir übertriebene Spielaufforderungen, rast wieder los, springt mich an, schnappt im Vorbeirasen nach Ärmel oder Hosenbein und ist völlig außer Rand und Band. Bei Kommando "Hier" kommt er zwar, sitzt aber nicht vor, sondern springt mich an, um gleich weiterzurasen. Ich wende mich dann ab und versuche, den Hund völlig zu ignorieren, bis er sich beruhigt hat. In reizarmer Umgebung funktioniert das auch schnell, draußen möchte ich das noch nicht erleben, denn er wird in dieser Situation auf jeden Reiz "anspringen" und jede Aktion wird ihn erneut anspornen.

    Auch auf unseren Spaziergängen setze ich inzwischen die Langleine ein. Zunächst nur auf den ersten paar Hundert Metern. Es ist für uns beide entspannter, wenn Rasty seine Geschäfte und seine "Markierungs"-Arbeiten nicht an der kurzen Leine erledigen muss. Bei 10 Metern Spielraum muss ich viel weniger korrigieren und er steht weniger unter Spannung. Wenn er trotzem an der Leine zieht, kommt er auf "Zurück" zuverlässig wieder an meine Seite. Wenn ich merke, dass er nur gedankenlos die Leine auf Spannung hält (ich befürchte, dass er Erfahrung mit der Flexi-Leine hat, denn nur mit der kann man das so zuverlässig antrainieren), reicht es, stehenzubleiben. Er kommt dann selbständig zurück.

    Als nächstes werden wir an der Langleine auch andere Situationen üben. Vor allem die Abrufbarkeit bei verschiedenen Reizen, d.h. bei Fußgängern, Radfahrern und irgendwann auch bei Hunden. Es bleibt genug zu tun - packen wir es an!



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  8. #8
    Pflegestelle Avatar von SHWet
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    Begegnungen mit Menschen

    Rasty ist ein sehr freundlicher Hund, der aufgeschlossen auf alle Menschen zugehen (besser zuspringen) würde, wenn man ihn ließe. Allerdings kennt er bei Begrüßungen auch nicht das richtige Maß, bzw. er hält sein Maß für das einzig richtige...

    Wenn uns auf unserern Spaziergängen Leute ohne Hund begegnen, ist Rasty sehr aufmerksam und zeigt deutliche Bestrebungen, die Menschen zu erreichen und vermutlich stürmisch zu begrüßen. Das lässt sich aber normalerweise gut korrigieren; wir weichen ein paar Schritte aus, Rasty macht "Sitz" und die Leute gehen ihres Weges. Alles kein Problem, solange man sich im Vorbeigehen nur einen "Guten Morgen" wünscht. Anstrengender wird es, wenn die Leute nicht weitergehen, sondern stehenbleiben und irgendwie Interesse an uns bekunden "Das ist aber mal ein hübscher Hund. So einen hatte mein Nachbar auch mal. Der ist sicher noch jung und wohl noch ein bisschen stürmisch....." Vor allem das Letztere stellt Rasty dann sehr anschaulich unter Beweis. Bisher konnte ich ihn aber immer noch bändigen und wir mussten noch keine Textilreinigung bezahlen.

    Sehr hübsch war neulich auch eine Situation mit zwei Mountainbikefahrern. Die hatten wir auf unserem Spazierweg bereits mehrfach getroffen. Wir konnten immer ausweichen und Rasty zeigte keinerlei Anstalten mehr, die Radfahrer zu jagen. Dann trafen wir auf die beiden Sportler, als sie eine Verschnaufpause machten und ich mich mit Rasty näherte. Er zeigte hohe Anspannung und wollte auf die beiden zupreschen, ließ sich an der Leine aber recht gut kontrollieren. Diese Anspannung äußerte sich wie so oft in heftigem Gewinsel. Dadurch wurden die beiden Radler aufmerksam und der eine klopfte auf seinen Oberschenkel und rief uns entgegen " Ja komm doch mal her, Du brauchst doch keine Angst zu haben, wir tun Dir nichts!". Rastys Sprung nach vorn war sicher filmreif, mein Bremsweg einige Meter lang, und die Radler verschwanden auffallend schnell aus unserer Reichweite...

    Auch auf anderem Gelände konnten wir mit verschiedenen Passanten üben. Bushaltestelle, Fußgängerbrücke, Parkplatz, Erwachsene, Kinder, Kinderwagen, Roller, Rollatoren - Rasty findet alles interessant, bleibt aber halbwegs gelassen, wenn die Leute ihn nicht weiter beachten.

    Anders sieht es aus, wenn man auf Bekannte trifft, mit denen man sich gern mal unterhalten würde, oder die auch den Hund begrüßen würden. Wegen Corona fällt ja im Moment das Händeschütteln weg und man hält gern mehr als eine Leinenlänge Sicherheitsabstand ein. Wenn Rasty neben mir sitzt, kann ich meist ein paar Worte wechseln. Allerdings darf ich ihn eigentlich nicht aus den Augen lassen, denn er macht immer wieder Ansätze, auf die Leute loszustürmen. Besser funktioniert es auch da, wenn ich ihn irgendwo festmache und neben ihm stehe. Ich bin dann entspannter, kann den Hund ignorieren und auch meine Gesprächspartner sind auf der sicheren Seite. Noch schwieriger ist es, wenn Menschen es zulassen wollen, dass Rasty sie begrüßt. Es hält ihn nicht am Boden. Er muss hochspringen, er muss in den Jackenärmel beißen, er muss sich mit Schwung an die Beine schmeißen - er ist mal wieder außer Rand und Band vor lauter Begeisterung. Halbherzige Abwehr oder Versuche, ihn zu besänftigen, feuern ihn nur weiter an, ohne Leine würde er sicher das Renn- und Rempelspiel anbieten. Mir bleibt dann nichts übrig, als ihn am Geschirr zu packen und außer Reichweite zu zerren. Also auch dies eine wichtige Baustelle, die wir noch bearbeiten müssen!

    Etwas gesitteter geht es zu, wenn Besuch zu uns ins Haus kommt, oder wenn ich mit Rasty einen Besuch mache. Ich habe die Leute bisher immer gebeten, sich zur Begrüßung hinzusetzen. Rasty ist dann zwar auch zu stürmisch, aber das Hochspringen entfällt, er schiebt dann nur den dicken Hundekopf auf den Schoß, wedelt, wuselt und drängt sich auf, aber es ist nicht so beängstigend. Wenn der erste Ansturm vorüber ist, lässt der Hund sich auch auf einen Platz verweisen und macht ein Nickerchen, während sein Pflegefrauchen Kaffee trinkt und plaudert.

    Auffällig ist, dass Rasty sich völlig anders verhält, wenn er im Auto in seiner Hundebox sitzt. Völlig gelassen und absolut ruhig lässt er auch fremde Leute in meinem Beisein herantreten. Die können ihn ansprechen, die können ihm durch das Gitter die Nase streicheln - Rasty ist tiefenentspannt. Selbst eine Bekannte mit einem großen Rüden konnte herankommen, ohne dass Rasty Theater machte. Ich bin mal gespannt, ob ich herausfinde, woran das liegt, und ob ich es mir beim Training zunutze machen kann.

    Es wird sicher noch einige Fortsetzungen meiner Beobachtungen geben, bevor wir Rasty guten Gewissens zur Vermittlung freigeben können. Der Hund macht gute Fortschritte, aber er ist auch rund um die Uhr mit mir zusammen und wir befinden uns in einem sehr anspruchsvollen Trainingslager. Das ist ein Fulltime-Job, der nicht in ein paar Wochen erledigt sein kann! Nur wer bereit ist, die zeitintensive Arbeit konsequent fortzusetzen, wird in Rasty den tollen Hund finden, der in ihm steckt.




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  9. #9
    Pflegestelle Avatar von SHWet
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    Schau mir in die Augen, Kleiner....

    Ein wichtiges Ziel bei Rastys Erziehung ist, dass der Hund auf meine Signale achtet und die Hör- und Sichtzeichen zuverlässig befolgt. Das klappt ohne Ablenkung wirklich wunderbar und es macht mir Freude, wie schnell Rasty die Übungen kapiert und wie es ihm offensichtlich auch Spaß macht, mir zu gefallen. Wahrscheinlich weiß er einfach, dass dieser "will to please" zum Retriever gehört...

    Ich will hier ein paar der Übungen beschreiben, wie ich den Blickkontakt fördere:
    Beim Spielen mit einem Objekt konnte ich inzwischen die Intensität wieder steigern. Rasty darf am Spieltau zerren, denn auf "Aus" lässt er sofort los. Wenn er losgelassen hat, schaut er mich natürlich erwartungsvoll an und darf nach kurzem Verharren, bei dem er verbal ruhig gelobt wird, wieder anbeißen und weiter zerren. Die nächste Steigerung ist, dass Rasty "Aus" gibt, dann "Sitz" oder "Platz" machen muss und ich das Spielzeug vor ihm auf den Boden lege. Zunächst starrt er gespannt auf das Spielzeug und ich verhalte mich mucksmäuschenstill. Irgenwann hebt er den Blick, schaut mich an und dann bekommt er sofort die Freigabe "Frei" mit einem deutlichen Sichtzeichen Richtung Spielzeug und das Zergeln kann in die nächste Runde gehen. Klappt inzwischen auch schon mit geworfenem Spielzeug!

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    Eine andere Variante ist die oben beschriebene Übung mit Leckerchen. Also Rasty im "Sitz" oder "Platz", Leckerchen hinlegen oder fallenlassen. Erst bei Blickkontakt folgt "Nimm" und er darf es fressen.

    Etwas anders läuft es ab in folgender Situation: Ich sitze am Küchentisch beim Frühstück. Rasty sitzt oder liegt neben mir und plötzlich kommt eine meiner Katzen außen auf die Fensterbank. Beim ersten Mal war Rasty im Sprung am Fenster und hat die Fensterbank weitgehend abgeräumt. Oder er stand zumindest mit den Vorderpfoten auf dem Stuhl, um bessere Sicht zu haben. Nach und nach konnte ich die Situation etwas beruhigen. Wenn die Katze in Sicht ist, wird Rasty mit mantraähnlichen Beschwichtigungsformeln "Das ist nur die Katze, alles ist gut, es ist nur die Katze, kein Grund zur Aufregung..." und ruhigen Streicheleinheiten beruhigt. Inzwischen starrt er nur noch Richtung Katze, ist aber nicht mehr "auf dem Sprung". Wenn er neben mir steht und zum Fenster starrt, sage ich leise seinen Namen. Er wendet sich sofort zu mir und bekommt eine Belohnung. Dazu liegt auf dem Küchentisch jetzt immer eine Tube Hundeleberwurst - ohne Deckel. Es muss ja schnell gehen, denn nur wenn das Timing stimmt, weiß er, dass er für den Blickkontakt gelobt wird - und wenn er an der Tube schlabbert, hat er für einen Moment die Katze vergessen.

    Auch draußen machen wir diese Blickkontakt-Übungen. Wenn Rasty an der Langleine ist und irgendwo rumschnuppert, wird er immer mal wieder mit "Hier" abgerufen. Das klappt i.d.R. sehr gut, selbst wenn er gerade ein Loch buddelt, kommt er sofort zu mir. Er holt sich Lob und/oder Leckerchen ab, will aber eigentlich sofort wieder los. Das unterbinde ich dann entweder mit "Sitz" oder nur mit "Stop". Er bleibt dann auch, schaut aber weiter ein bisschen hektisch hin und her. Erst wenn sich sein Blick hebt und er mich anschaut, kommt mit "Frei" die Auflösung und er darf weiter schnuppern oder buddeln.

    Ich merke, dass die Zeit, bis er schaut, immer kürzer wird und erhoffe mir davon, dass er Ablenkungen allmählich weniger wichtig nimmt, dass ich so verhindern kann, dass er bei Reizen durch Anstarren immer mehr Spannung aufbaut, die sich dann nur in seinen spektakulären "Ausrastern" entladen kann.

    Heute morgen haben wird die Spazierrunde mit den Kumpels komplett an der Langleine geschafft. Bei Ansätzen zur Rüpelei oder zu dollen Spielaufforderungen ließ Rasty sich gut abrufen. Die Hunde konnten gemeinsam an besonders interessanten Stellen schnüffeln, die Rüden wechselten sich beim Markieren ab, alles ganz entspannt. So lass' ich mir das gefallen! (Es war aber heute auch keine Begegnung mit fremden Hunden dabei, das üben wir beim nächsten Mal wieder...).
    Geändert von SHWet (19.01.2021 um 11:53 Uhr)

  10. #10
    Pflegestelle Avatar von SHWet
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    Halt still....

    Für das Zusammenleben mit einem Hund ist es von Vorteil, wenn sich das Tier (zumindest) vom Besitzer überall anfassen lässt und das normalerweise auch genießen kann. Da Rasty ja schon mehrfach sein Zuhause und seine Bezugsperson wechseln musste, war ich mir zu Beginn nicht sicher, ob er sich überall würde berühren lassen. Wir haben also einige Testläufe gestartet. Streicheln lässt er sich immer gern gefallen. Wenn er neben meinem Stuhl sitzt und sich ordentlich anlehnt, genießt er es sehr, mit langen ruhigen Bewegungen an Brust, Schulter, Rücken und Kopf gestreichelt zu werden. Auch Kraulen hinter den Ohren oder sanftes Massieren mit den Fingerspitzen entlang der Wirbelsäule schien ihm zu gefallen. Nach und nach habe ich in diesen Schmusestunden auch mal die Ohren oder Zähne kontrolliert, habe an den Läufen entlanggestrichen und die Pfoten in die Hand genommen. Alles kein Problem - Rasty blieb ruhig und gelassen. Anders verhält es sich, wenn man ihn tätschelt oder klopft - das ist für Rasty gleich eine Spielaufforderung, er fängt dann an sich zu winden und zu wedeln, greift spielerisch nach der Hand, stößt auffordernd mit dem Kopf und reibt sich an meinen Beinen entlang.

    Heute wollte ich ihn nach dem morgentlichen Spaziergang einmal richtig bürsten, denn er haart im Moment ziemlich ab. Also setzte ich mich auf den Küchenstuhl, lockte Rasty zu mir und wollte sein Fell mit einem Noppenhandschuh striegeln. Dass er vielleicht nicht wie eine Pudeldame beim Frisör stillhält, war mir irgendwie klar... Schon das Anziehen des Handschuhs war für ihn offensichtlich Aufforderung zum Spielen. Ich hatte sein Fell damit noch gar nicht berührt, da wollte er mir den Handschuh schon wieder ausziehen, oder zumindest einen kleinen Beutekampf um das gute Stück beginnen. „Nein, halt still!“ war dann meine klare Ansage, die er aber offensichtlich nicht kannte, oder nicht kennen wollte. Also: linke Hand am Halsband, rechte Hand an der Seite des Hundes und ihn sanft an meine Knie gedrückt - „Nein, halt still!“... Zunächst griff er immer wieder mit den Zähnen spielerisch nach meiner rechten Hand, die ja noch in dem Handschuh steckte. Irgenwann stand er ruhig. Sobald ich das Striegeln wieder aufnahm, fing der Hund wieder an sich zu winden und an mir zu schubbern und zu knabbern. Nach einigen Wiederholungen des „Nein, halt still!“ mit dem oben beschriebenen Prozedere, gab ich die erste Runde verloren. Ich ließ ihn los und striegelte ihn trotz seines Wuselns. Er ging auch gar nicht weg von mir, sondern schien diese Form des Ringkampfs zu schätzen. Jeder „erkämpfte“ Bürstenstrich brachte eine Menge brauner Wolle zum Vorschein. Da Rasty sich aber bei seinem Gewuseln auch mal auf den Rücken oder sie Seite legte, war das ausgekämmte Fell gleich immer wieder auf dem ganzen Hund verteilt. Zu allem Überfluss hat er dann auch noch begonnen, seine eigenen Haare zu fressen, was ihn dann zum Husten und Würgen brachte. Auf die Dauer muss da also auch ein gezieltes Training her. Bloß gut, dass Rasty kein Bobtail ist, sondern als Labbi ein eher pflegeleichtes Fell hat.
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    Auch der Gesundheitscheck beim Tierarzt zeigte, wie wichtig „Halt still“ sein kann. Zwei Helferinnen und die Tierärztin waren nötig, um Rasty auch nur abhorchen zu können. Er fand auch das eigentlich nicht schlimm, wollte aber lieber wieder wuseln, sich auf den Rücken legen, an den neuen Bekannten hochspringen, die Praxis inspizieren oder sonst etwas tun, aber halt nicht für einen Moment still halten...
    Geändert von SHWet (19.01.2021 um 11:52 Uhr)

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