Wie kommt der Pflegehund zu mir?

Retriever-SoKo e.V. führt in jedem Fall nach einer Bewerbung als Pflegestelle eine Vorkontrolle beim Bewerber durch. Die Vorkontrolle ist elementar und dient sowohl der mutmaßlichen späteren Pflegestelle, unserem Verein und natürlich hauptsächlich dem gemeldeten Notfall, dem Pflegehund. Ein Mitglied des Vereins schaut sich die Gegebenheiten vor Ort, in ihrem Haus/ihrer Wohnung an und klärt mit ihnen offene Fragen. Nach der Vorkontrolle kann von Retriever-SoKo e.V. gut eingeschätzt werden, welcher Notfall als Pflegehund zu ihnen passen könnte. Dabei wird selbstverständlich auf ihre Wünsche Rücksicht genommen.
Wird uns ein passender Notfall für die von ihnen zur Verfügung gestellte Pflegestelle gemeldet bzw. werden wir auf einen solchen Notfall aufmerksam, wird sich das Pflegestellen-Team mit ihnen telefonisch in Verbindung setzen und noch einmal konkret besprechen, ob dieser Notfall bis zur endgültigen Vermittlung bei ihnen einziehen kann.

Wenn es dann soweit ist und ein Notfall-Retriever in den Startlöchern steht, wird der Pflegehund in den allermeisten Fällen per Fahrkette in ihre Richtung gebracht. Vielleicht haben sie die Möglichkeit, ein Stück entgegen zu fahren, um ihren Pflegehund zu übernehmen? Dieses wird rechtzeitig durch das Fahrketten-Team mit ihnen geklärt.

Wie kann ich mich auf den Pflegehund vorbereiten?

Der Pflegehund ist mit einem Geschirr und einer Leine von Retriever-SoKo e.V. ausgestattet. Beides bleibt bis zur Vermittlung beim Pflegehund und damit bei der Pflegestelle.
Wir übernehmen die Notfall-Retriever fast immer "ohne Ausstattung", d.h. ohne Futternapf, ohne Liegedecke und ohne Futter. Wenn nicht bereits durch eigene Hunde vorhanden, sollten ein einfacher Futternapf und eine Hundedecke für den Pflegehund vorhanden sein. In Sachen Futter sind die meisten Hunde unkompliziert, so dass man einfach das für die eigenen Hunde gewohnte Futter nutzen kann. Sollten wir von benötigtem Spezialfutter, z.B. wegen einer Nierenerkrankung wissen, werden wir Sie rechtzeitig informieren.

Wichtig ist ein ausreichender Vorrat an Putzmitteln und Wisch-/Haushaltstüchern. Oftmals ist ein Notfall-Retriever in den ersten Tagen nicht stubenrein oder "vergisst" es einfach vor lauter Stress.

Jede Pflegestelle wird individuell von einer erfahrenen Pflegestellenbetreuung unseres Vereins vorbereitet und betreut. Die Pflegestellenbetreuung steht auch für jegliche Fragen vor, während und nach der Pflegezeit mit Rat und Tat zur Seite.

Die ersten Tage in der Pflegestelle

Gerade die ersten Tage sollte der Pflegehund in Ruhe "ankommen" können. Bedenken Sie bitte, dass es für ihn puren Stress bedeutet, aus der gewohnten Umgebung herausgerissen, gerade stundenlang im Auto gesessen zu haben und in eine neue Umgebung integriert zu werden. Manche Notfall-Retriever kennen nur ihren Zwinger und keine Wohnung, manche kennen keine streichelnde Hand und liebevolle Menschen oder haben scheinbar unüberwindliche Ängste. Alles ist neu für den Pflegehund und muss langsam erlernt werden. Gebt Eurem Pflegehund Zeit, sich zu lösen und erst einmal ein wenig sich zurecht zu finden.
Auf keinen Fall in den ersten Tagen Nachbarn und Freunde einladen und ein "Hurra, der Pflegehund ist da-Fest" feiern. Der Hund wäre damit sicher überfordert. Auch Freunde ihrer Kinder sollten zum Wohl des Pflegehundes ein paar Tage Geduld aufbringen. In der Ruhe liegt die Kraft, lassen sie den Pflegehund seine neue Umgebung erkunden und vermitteln sie ihm ein Gefühl der Ruhe und Gelassenheit. Er wird von ganz allein auf sie zukommen und Vertrauen fassen. Es wäre auch vollkommen normal, wenn ihr Pflegehund 1-2 Tage nicht oder nur sehr wenig frisst. Er wird sicher nicht verhungern, es ist vielmehr ein normales stressbedingtes Verhalten. Auch wenn er Leckerlies ablehnt, heißt das in dieser Situation nicht, dass er es nicht mag, er hat einfach Stress!

Haben sie einen eigenen Hund, kann es sein, dass dieser anfänglich nicht besonders begeistert von dem Neuankömmling ist. Aufkommende Antipathie bzw. Aggression vermeidet man am Wirkungsvollsten, indem die Hunde erst einmal getrennt bzw. langsam aneinander gewöhnt werden. Es bietet sich eine Zusammenführung der Hunde im Garten oder auf neutralem, gesicherten Gelände an, hier können sich die Hunde im Zweifel aus dem Weg gehen. Unbedingt vermieden werden sollten enge Räume! Denken sie auch daran, vorübergehend das vorhandene Hundespielzeug beiseite zu legen.
Die Fütterung sollte, wenn möglich, zunächst in getrennten Räumen stattfinden, später sollten die Futternäpfe weit genug voneinander entfernt platziert werden, so dass jedem Hund seine "Privatsphäre" bleibt.

Manche Notfall-Retriever riechen bei ihrer Ankunft ein wenig streng. Das liegt an der vorherigen Haltung des Hundes. Es schadet im Regelfall nicht, ihn gleich in einer Badewanne gründlich zu waschen.

Achten sie bitte auch darauf, anfangs entweder ganz auf Spaziergänge zu verzichten und den Aufenthalt des Pflegehundes auf den Garten zu beschränken oder nur kurz und immer mit Geschirr und Leine "Gassi" zu gehen. Gerade ängstliche oder vorsichtige Hunde benötigen viel Zeit, sich einzufinden und Vertrauen zu fassen.

Tierarztbesuche

Ein Tierarztbesuch ist bei einem Pflegehund meistens nicht sofort notwendig. Lassen sie ihren Pflegehund in Ruhe ankommen, zur Not gibt es Wurm- und Flohmittel in der Apotheke bzw. beim Tierarzt, auch ohne dass der Hund vorgestellt werden muss. Ein Tierarztbesuch bedeutet für die meisten Hunde Stress und den hat ihr Pflegehund in den ersten Tagen schon genug. Notwendige Impfungen und der Chip können auch einige Tage später gesetzt werden. Ausgenommen hiervon sind natürlich dringend benötigte Notbehandlungen.

Tierarztbesuche, außer Notfälle, müssen vorher mit ihrer Pflegestellenbetreuung abgesprochen werden, denn sie sind meistens sehr kostenintensiv und belasten die Vereinskasse stark. Manchmal gibt es vielleicht auch eine andere Lösung.

Haftpflichtversicherung

Ihr Pflegehund ist von Seiten des Vereins Retriever-SoKo e.V. haftpflichtversichert, d.h. es besteht eine Versicherung gegen Schäden, die der Pflegehund außerhalb der Pflegestelle anrichten könnte.

Tagebuch

Für jeden Pflegehund wird von ihnen ein individuelles Tagebuch im Forum geführt. Nehmen sie sich die Zeit, machen sie schöne Fotos von ihrem Pflegehund (möglichst nicht von oben, sondern in Augenhöhe!), überlegen sie sich einen ansprechenden Text und erzählen sie einfach aus dem Leben ihres Pflegehundes! Die Tagebücher werden von einer potentiellen neuen Familie gelesen, die sich in ihren Pflegehund verlieben soll und wird.
Die Rubrik "Austausch über unsere Pflegehunde" im Mitgliederbereich unseres Forums bietet darüber hinaus den Austausch unter Gleichgesinnten und unter den Usern.

Vermittlung ihres Pflegehundes

Ihre Pflegestellenbetreuung wird auch die Vermittlung des Pflegehundes übernehmen. Retriever-SoKo e.V. ist der Meinung, dass niemand ihren Pflegehund besser kennt als sie selbst und natürlich, durch den regelmäßigen Kontakt, ihre Pflegestellenbetreuung. Auf diese Weise kann eine bestmögliche Vermittlung des Pflegehundes in seine endgültige Familie gewährleistet werden und für sie gibt es während der gesamten Pflegezeit nur diese(n) eine(n) Ansprechpartner(in).
Eigene Vermittlungsversuche ohne Absprache mit der Pflegestellenbetreuung sollten bitte nicht gestartet werden.

Abschied vom Pflegehund nehmen fällt immer schwer. Sie werden sehr traurig sein, wenn ihr ihnen liebgewonnener Pflegehund in seine endgültige Familie umzieht. Sie wollen sicher auch, dass er in ein perfektes neues Zuhause kommt. Wir von Retriever-SoKo e.V. werden alles dafür tun, damit ihr Pflegehund ein wunderbares neues Zuhause findet. Die Endfamilie wird selbstverständlich vorkontrolliert und auch danach von Retriever-SoKo e.V. betreut. Nach einiger Zeit werden wir dort auch eine Nachkontrolle durchführen.

Retriever-SoKo eV. wünscht ihnen viel Freude mit ihrem Pflegehund und bedankt sich ganz herzlich für ihr Engagement!